Velvet Greyhounds

6. Juni beim Internationalen Rennen in Hünstetten

Am Tag nach der Jahresausstellung folgte der Internationale Windhundrennen, es waren insgesamt 180 Windhunde gemeldet, davon alleine fast 60 (!!) Greyhounds. Eine Greyhound-Rekordmeldezahl in diesem Jahr von allen bisher veranstalteten Rennen in Deutschland. Zahlen sprechen für sich, vor allem diese Meldezahl spricht für die immer bestens präparierte Rennbahn im Taunus.

Drei Fahnen wehen im Sommerwind ...

... sie wehten noch immer im herrlichen Sommerwind nach einer warmen, langen Nacht. Früh aufstehen mußten wir trotz allem an diesem Morgen des 6. Juni 2010, denn Einlieferungsschluß für das Rennen war bereits 8.00 Uhr morgens, Rennbeginn um 9.00 Uhr. Ich war mit drei Hunden am Start, meiner Whippet-Seniorin "Pretty Girl Aviaticus" sowie Carlos und Schwesterchen Leslie.

Windhund-Arena morgens um 8.45 Uhr

Geschäftiges Treiben morgens um 8.45 Uhr in der Windhund-Arena, die Programmänderungen werden durchgesagt, pünktlich um 9.00 Uhr beginnt bei hochsommerlichen Temperaturen das Rennen.

Whippet-Senioren laufen zuerst

9.00 Uhr: Auftakt des Tages machen die Whippet-Senioren, Püppi startet unter schwarzer Renndecke, unter rot läuft die sechsjährige Xantana, unter weiß Marshmellow und unter blau die ebenfalls sechsjährige Umara el Schiras. Püppi ist mit ihren fast 8 Jahren die älteste Teilnehmerin und läuft als 4. im Vorlauf mit 19,42 Sekunden über die Ziellinie.
Konzentriete Seniorinnen - Whippetladies unter sich.

Lauf Nr. 11: Leslie läuft unter blauer Renndecke

Auf der Sprintstrecke 280 m sind bei den Hündinnen 16 Hündinnen gemeldet. Es ist die Disziplin, in der auch Leslie läuft. Im Vorlauf läuft sie mit Ectasy's Callybarry und Sara's Breeze. Leslie läuft unter blauer Rennedecke und hat einen explosiven Start.
Scheitelpunkt 1./2. Kurve Callybarry setzt sich unter weißer Renndecke in Führung, gefolgt von Leslie und Sara's Breeze unter roter Renndecke.
Eingangs Zielgerade.
Zieleinlauf:

1. Callybarry in 16,89 Sek.

2. Leslie in 17,19 Sek.

3. Breeze in 17,26 Sek.

Leslie hatte von insgesamt 16 Teilnehmerinnen die zehntbeste Vorlaufzeit, startet somit im B-Finale.

Die gesamten Ergebnisse dieser Veranstaltung können auf der Homepage des DWZRV unter "Ergebnisse Rennen" gelesen werden.

Dank an Claudia Hoppe für diese Fotos !!!!

Lauf Nr. 14: Carlos startet unter gelb

Carlos startet aus Box Nr. 5 (außen) unter gelb, von dieser Perspektive schlecht zu sehen.

weitere Starter in diesem Lauf sind:

Geordie Blue (weiß)

Saruman v. Monarchenhügel (schwarz)

Incredible vom Hörcherberg (blau)
Eingangs Zielgerade.
Läßt es sich nicht nehmen: Carlos überholt auf den letzten Metern vor dem Ziel Geordie Blue.
Ergebnis Vorlauf:

1. Carlos Santana 16,93 Sekunden

2. Geordie Blue 16,98

3. Saruman 17,01

4. Incredible 17,25

Carlos lief von 15 Rüden die viertbeste Vorlaufzeit und startet somit im A-Finale unter schwarz.

Zwischen den Läufen ...

... wird immer wieder die Bahn abgezogen und bewässert, um das Geläuf für die Hunde optimal zu halten. Das zahlte sich aus, denn es gab während dieser Veranstaltung keine nennenswerten Verletzungen.

Finallauf Whippet Senioren

Püppi startet außen unter schwarzer Renndecke.

Endlich am Ziel - ein Knäuel von Whippets. Püppi wird 4. in 19,47 Sek.

B-Finale Hündinnen 280 m: Leslie startet unter schwarz

Leslie, zweite von rechts.



.... endlich am Ziel.....

Leslie belegt in einer Konkurrenz von 16 Hündinnen mit einer Finalzeit von 17,43 Sek. insgesamt Platz 10.

A-Finale Rüden 280 m: Carlos startet unter scharz

In der Mittagshitze die Finalläufe - glücklicherweise hatten wir uns ein ganztägig schattiges Plätzchen gesucht, wo die Hunde zumindest in den Ruhephase kühl liegen und ausruhen konnten im geöffneten Auto. Auf der Rennbahn waren ca. 28 - 30 Grad, im Schatten hingegen etwa 25 Grad. Carlos startete um 14.15 Uhr im A-Finale der Rüden auf 280 m.


Sechs Sprinter auf der Startgerade

Hier nun die sechs schnellsten Sprinter des Tages - die Crémé de la Crémé der Sprinter dieses Renntages:

rot: Xerxes v. Märchenland

blau: Kaboca's Boomerang

weiß: Leaders Extasy

schwarz: Carlos Santana

gelb: Saruman von Monarchenhügel

streifen: Geordie Blue

Das Gleiche aus anderer Perspektive



Eingangs der ersten Kurve.

... die gefürchtete erste Kurve .....

Mit der Kamera dicht draufgehalten hat dieses Foto Winfried Hahn, herzlichen Dank für dieses und auch die anderen Fotos, wie auch an dieser Stelle nochmal ein großes DANKE an Claudia Hoppe, die mich für diesen Beitrag mit vielen Fotos versorgt hat !
Die Rüden dicht beieinander, Carlos ganz innen. Der Boden bebt, mein Herz bleibt fast stehen ....

Ergebnis Rüden A-Finale 280 m:

In einer Konkurrenz von 15 Startern landete Carlos in einer Finalzeit von 17,19 Sekunden im Finale auf Platz 4.

1. Xerxes in 16,55 Sek.

2. Kaboca's Boomerang in 16,75 Sek.

3. Leaders Extasy in 16,92 Sek.

4. Velvet's Carlos Santana in 17,19 Sek.

5. Saruman v. Monarchenhügel in 17,24 Sek.

6. Geordie Blue in 17,39
Hunde und Besitzer gleichermaßen glücklich: die einen weil's so schön war und die anderen weil's vorbei ist. Am Schönsten ist es immer erst, wenn alles gut gelaufen ist, die Anspannung vor den Rennen ist weiß Gott kein Vergnügen - zumindest nicht für mich. Und ein Rennen, in dem man 3 Hunde vorbereitet und einsetzt ist natürlich auch kein "Sonntagsspaziergang" - bestenfalls ein anstrengendes Sonntagsrennen.

... und ein Danke für Eure Hilfe ....

Treue und fleißige Helferin in allen Windhundangelegenheiten: Dagmar Hahn.
Früh war Miriam Castle, meine Hundesitterin da, um mir bei den Rennvorbereitungen meiner drei Schützlinge zu helfen. Pünktlich zu den Finalläufen kamen dann noch Dagmar und Winfried Hahn (meine Galgo-Fraktion), Dagmar half mir beim Warmlaufen und Ablaufen und Winfried knipste fleißig. Danke Euch allen für Eure tatkräftige Unterstützung - alleine hätt ich dieses Megaprogamm nie geschafft !!!

Die anderen Finalläufe waren natürlich genauso spannend wie das, in dem Carlos und Leslie liefen, nur leider fing es vor dem allerletzten Lauf so stark an zu regnen, daß die Siegerehrung buchstäblich ins Wasser fiel - somit gibt es keine vernünftigen Fotos davon.
Siegerehrung bei strömendem Regen im Zelt.

Fazit dieses Marathon-Wochenendes

Es war wieder einmal ein super tolles, anstrengendes, lehrreiches und trotz allem auch nettes Wochenende. Die Ausstellung war im Gegensatz zum Rennen natürlich eine wirklich entspannende Veranstaltung, es waren viele schöne Hunde da und für mich war es besonders schön, wieder einmal viele lang bekannte liebe Freunde zu treffen.

Das Rennen war Hochspannung von morgens um 9.00 Uhr bis nachmittags um 17.00 Uhr - ohne Pause und Unterbrechung. Konzentration, Aufmerksamkeit und natürlich die ständige Sorge um nicht zu hohe Temperaturen für die Hunde waren für mich Priorität Nr. 1.

Püppi als älteste Teilnehmerin in ihrem Feld, natürlich immer unter Starkstrom vor dem Start, sie muß fernab des Trubels warmgelaufen werden, sonst ist sie schon völlig fertig, bevor das Rennen losgeht - halt eben ein richtiger Whippet.

Leslie auch nicht gerade die Ruhigste vor dem Start, sehr angespannt und muß wesentlich länger vorbereitet und warmgelaufen werden als Püppi.

Carlos der äußerlich Ruhigste von den Dreien - aber der Schein trügt ! Auch er hochsensibel, bringt 37 kg auf die Waage und muß dementsprechend lange aufgewärmt werden, bis er wohl temperiert ist.

Und das alles bei hochsommerlichen Temperaturen von bis zu 30 Grad und wenig schattigen Wegen, um die Hunde vorzubereiten.

Ach ja, Elektrolyte natürlich nicht vergessen, denn bei diesen Temperaturen trinken die Hunde oft nicht genug (man selbst ja auch nicht genug), aber als Athlet ist es halt noch viel wichtiger, Flüssigkeit zu sich zu nehmen, also bekommen es meine Hunde immer so verabreicht, daß sie's auch wirklich zu sich nehmen, nämlich direkt in die Schnauze.

Jeder Hund ist natürlich anders, und so war es wieder mal ein interessante Erfahrung, mit drei völlig unterschiedlichen Windhundcharakteren wettkampfmäßig unterwegs zu sein. Ich bin sehr stolz auf meine drei kleinen Athleten, genauso wie auf die Daheimgebliebenen, die auch mal im Rampenlicht gestanden haben vor nicht allzu langer Zeit. So ein Hundeleben ist schließlich schnell gelebt - wie auch schnell gelaufen. Die prinzipielle Entscheidung, ob ein Hund Rennen laufen soll oder nicht, habe ich bis heute nicht getroffen und jedes Mal, wenn ich den Weg zum Startkasten mit den Hunden antrete frage ich mich, ob's denn wirklich wichtig ist. Wenn ich dann in die Hundegesichter schaue, bekomme ich die Antwort. Die Verletzungsgefahr bleibt natürlich immer präsent, ich versuche sie jedoch zu verdrängen und bin froh, wenn das Rennen vorbei ist.

Der völlig verregnete Abend nach dem Rennen brachte dann die Abkühlung und im Festzelt saß ich dann noch mit Dagmar, Winfried und anderen alten und neuen Windhundfreunden lange zusammen und es wurde dann so richtig gemütlich und ich merkte, daß ich dann langsam wieder anfing, herzhaft zu lachen. Erst als die Anspannung des Tages vorbei war - und nicht umsonst sage ich immer: Am Schönsten ist es, wenn's vorbei ist - das Rennen - und die Hunde gesund und müde gerannt im Auto schlafen. Eigentlich irgendwie ja eigenartig - aber ich empfinde es so.

Hünstetten macht's immer wieder möglich: ein bis an den Rand vollpacktes, durchorganisiertes Windhundwochenende, an dem wir alle zu guter Letzt lachend im strömenden Regen irgendwo unter einer Plane sitzen und einen richtig tollen Abend haben - wie in alten Zeiten halt ! Alles hat wirklich gut geklappt, Hunde sind heile geblieben und der Regen kam in diesem Jahr ausnahmsweise mal hinterher (nicht schon am Morgen !)

Die Organisation der Ausstellung, das entsprechende abendliche Festprogramm und das Rennen am nächsten Tag - da hat wieder mal alles bis auf's I-Tüpfelchen gestimmt. Wir haben uns rund herum wirklich wohl gefühlt !