Velvet Greyhounds

Farewell Ayleen


Sie wäre im März 2008 elf Jahre alt geworden, acht Jahre ihres Lebens hatte sie bei mir verbracht, jeder Tag mit dieser Hündin war ein Geschenk und ich hätte keine bessere Entscheidung für sie und für mich treffen können, als ich sie im Frühjahr des Jahres 2000 von ihrem Vorbesitzer, der sie aufgrund ihrer verletzungsbedingten Rennuntauglichkeit abgeben wollte, abholte.

Es waren für sie und für mich acht glückliche und erfüllte Jahre, mit vielen schönen Erlebnissen, die ich mit und durch Ayleen hatte. Ayleen war im Alltag nie eine Belastung als meine ständige Begleiterin, stets bescheiden im Hintergrund, jedoch immer präsent. Ein Fels in der Brandung des Alltags und an so machem arbeitsreichen Wochenende.

Sie war bis zum Schluß immer und überall dabei: auf allen Veranstaltungen, Einladungen, Spaziergängen, Trainings und natürlich im Urlaub - unsere liebenswerte Begleiterin und Glücksbringerin.

Durch einen Jagdunfall wurde sie am 6. Januar 2008 buchstäblich aus dem Leben gerissen und war sofort tot.

Bis zum Schluß immer fit, nie krank, immer gut gelaunt, voller Energie und endlos geduldig mit ihren Kindern und Enkeln war sie bis zu ihrem Tode das souveräne Oberhaupt in ihrer Hundefamilie. Sie hinterläßt eine große Leere an einem Platz, der nicht mehr zu füllen sein wird.


Ayleen v. Plotzschgrund - gerade dreijährig.
War es nicht erst kürzlich, als mich meine Freundin aus Dresden anrief und mir berichtete, daß ein gutes Plätzchen für eine dreijährige dunkelgestromte Greyhündin, die verletzungsbedingt "ausrangiert" wurde, gesucht wird ? Es kommt mir vor, wie gestern, aber es ist mittlerweile acht Jahre her, als ich Ayleen das erste Mal sah: in einer 8 qm großen Vogelvoliere war sie zusammen mit zwei anderen Greyhounds untergebracht - sie fiel mir gleich auf, diese wunderschöne, groß gewachsene, schmale, elegante Erscheinung. Und als ich sie zu meinem Auto führte, schaute sie sich nicht einmal mehr um ...
September 2005 - Leonie und Ayleen auf Usedom.

Oktober 2005 in Oberhausen: aufmerksame Ayleen (Foto: C. Hoppe)

Zwei Freundinnen an einem Spätsommernachmittag in Beelitz: Kirsten Schäfer und Ayleen (Oktober 2007).
Sie setzte die Tradition ihrer beiden Vorgänger fort, denn sie war meine dritte Greyhound-Rettung. Eine Entscheidung, die ich nie bereut habe - im Gegenteil ! Ich bin dankbar, sie gehabt haben zu dürfen, genauso wie ihre beiden Vorgänger. Ihr Leben war ausgefüllt, schön und lang - jedoch nicht lang genug - sie starb in ihrem Element, der Jagdleidenschaft. Auf meinen täglichen Spaziergängen werde ich nun nur noch von ihren Kindern und Enkelkindern begleitet und obwohl ich genug Leinen in der Hand halte fehlt mir doch die eine, an der ich Ayleen führte und ein Blick in die Gesichter meiner Hunde läßt sie mich noch mehr vermissen. Nur die Zeit kann den Schmerz ein wenig lindern .... Farewell Ayleen.